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Michael Vaupel

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Rückblick: SPIEL 2015 mit meinen persönlichen Favoriten

Liebe Leserin, lieber Leser,

eine „Warnung“ vorab: heute möchte ich in einem ausführlichen Beitrag meine Eindrücke von der größten Brettspielmesse der Welt schildern. Genau, es geht um die „SPIEL“ in Essen, die diesen Monat stattgefunden hat. Die Branche boomt weiterhin:

Messe Spiel 2015Ein Ereignis der SPIEL: Weltrekord bei der CATAN-Spielerzahl. Quelle: Friedhelm Merz Verlag

Laut dem Veranstalter (Friedhelm Merz Verlag) erzielte die deutsche Brettspielbranche in den ersten drei Quartalen des Jahres ein Umsatzplus von 8,4%. Umsätze im letzten Geschäftsjahr von rund 400 Mio. Euro. Entsprechend wurde auch die diesjährige Ausstellungsfläche noch einmal vergrößert, und zwar um 9% 63.000 qm. Auch die Zahl der Aussteller legte nochmals zu, von 832 im Vorjahr auf 910 (aus 41 Nationen) dieses Mal. Die Besucherzahl? Allzeitrekord: Rund 162.000 laut Angaben des Veranstalters.

Zum Vergleich: Für die Gesamtwirtschaft der Eurozone wird dieses Jahr vom IWF ein Wachstum von 1,5% erwartet. Die Brettspielbranche ist damit derzeit ganz klar eine „Boom-Branche“.

Von der Makro- zur Mikro-Ebene. Für die Brettspieler(innen) in der Leserschaft - nun meine „Top 3“ unter den bei der Brettspielmesse von mir entdeckten Spielen. Und zwar habe ich mich dazu entschlossen, von den neu erschienenen Brettspielen in folgenden drei Kategorien jeweils einen persönlichen Favoriten zu küren:

1. Vielspieler-Spiel
2. Familienspiel
3. Kompaktes Spiel

Ich legte also Reichsapfel und Zepter beiseite und begab mich nach Essen. Nach zwei Tagen Messebesuch hier nun meine Favoriten in den besagten drei Kategorien:

1. Vielspieler-Spiel, mein Favorit: „Haspelknecht“

Wenn Sie ein niederländischer Verlag wären, der einer Spiele-Neuerscheinung für den internationalen Markt den deutschen Namen „Haspelknecht“ gibt, dann würden Sie Ihre Zeit verschwenden. Denn genau das hat bereits jemand getan.

„Haspelknecht“ ist ein thematisch sehr dichtes Spiel, welches die Anfänge des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet des 16. Jahrhunderts thematisiert. Die Spieler werden in die Lage von Bauern der dortigen Region versetzt, welche auf ihrem Land Kohle entdecken. Diese befindet sich zu Beginn nahe der Erdoberfläche und kann mit einfachen Mitteln abgebaut werden.

Das Spiel hat eine fixe Rundenzahl: 3 Jahre im Spiel, unterteilt in jeweils identische 11 Phasen. In jeder Phase stehen andere Dinge an: Im Frühling gibt es durch Regenfälle „Grubenwasser“, und im Spätsommer können besonders ergiebig Nahrungsmittel geerntet werden. In den Aktionsphasen erhält jeder Spieler über einen ausgeklügelten Mechanismus maximal 5 Aktionsscheiben. Diese können nun für diverse Aktionen eingesetzt werden.

Haspelknecht Brettspiel Quined Games"Haspelknecht" im Überblick: Situation mit 4 Spielern

Grundsätzlich gilt: „Einfache“ Aktionen wie der Anbau von Getreide erfordern lediglich einen Aktionsstein (der Farbe gelb), um eine Einheit Getreide zu erlangen. Für den Aufbau des eigenen Hofes können aber auch umfangreichere Ausbauten sinnvoll sein. Doch z.B. der Bau einer Wassermühle kostet 4 Aktionsscheiben. Und dann sind da die eigenen Arbeiter. Auf dem Hof arbeiten ein Bauer und ein Knecht. Gegen Nahrung oder knappes Geld können die Dienste eines Kohlegräbers, Hauers oder Haspelknechts angenommen werden. Diese Kombinationsmöglichkeiten ergeben eine Vielzahl von möglichen Entscheidungsbäumen. Und genau das macht für mich den Reiz des Spiels aus, die diversen Optionen zu probieren. Kaufenswert!

2. Familienspiel, mein Favorit: „Komodo“

Wenn ich nicht auf der Messe in Essen gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich niemals dieses Spiel eines kleinen neuseeländischen Verlags kennengelernt. Der Verlagssitz erklärt wahrscheinlich auch die Thematik: Denn Ort des Geschehens ist der südliche Pazifik. Dort droht ein Meteoriteneinschlag, und die Spieler(innen) übernehmen die Rolle von Zoologen, welche dort endemische Tierarten retten sollen. Zu diesen gehört unter anderem der namensgebende Komodo-Waran.

Es gibt kein Spielbrett – denn der Spielplan entsteht während des Spiels durch das Auslegen von Geländekarten. Von diesen gibt es insgesamt 50, welche auch noch beliebig gedreht werden können und so eine Vielzahl möglicher Geländeaufbauten geben. Es geht darum, möglichst passende Habitate für die geretteten Tierarten zu bilden. Dabei lernte ich so ganz nebenbei einiges über die Lebensgewohnheiten von mir bisher unbekannten Tierarten wie dem Hirscheber oder dem Dugong (ich habe diese Tierarten mal zum jeweiligen Wikipedia-Eintrag verlinkt, interessant!).

Komodo Boardgame BrettspielEs gibt zwei mögliche Ansätze: Kooperativ, sprich Teilen der Ressourcen und möglichst alle Tierarten retten. Oder kompetitiv: Dann geht es darum, möglichst viele Tiere in Eigenregie zu retten und den Gegnern sogar Gebiete und Tierarten zu stehlen. Ein schnelles Lege- und Karten-Spiel mit nettem Thema und auch für 10jährige schnell zu verstehen.

3. Kompaktes, mein Favorit: „Generalship“

Früher fand ich Brettspiele klasse, die möglichst umfangreich waren. Eine große Landkarte, möglichst viele unterschiedliche Ressourcen, gutes Artwork und dann meist auch eine Spielregel, die den Umfang kleiner Bücher erreichen konnte. Nun, Sie müssen kein Finanzjournalist sein, um zu wissen, dass Zeit nicht nur Geld ist, sondern auch knapp sein kann. Deshalb weiß ich inzwischen durchaus „kompakte“ Strategiespiele zu schätzen, bei denen nicht bereits für den Aufbau eine Stunde vergeht. Dem Manne kann geholfen werden, frei nach Schiller, denn:

Hier punktet „Generalship“. Diese Neuerscheinung des südkoreanischen Verlags Baccum Inc. ist ein erstklassiges Strategiespiel, welches aber ohne riesigen Spielplan und lange Aufbauzeit auskommt. Stattdessen sorgen Handkarten und kleinere achteckige Gebietskarten, die im Spielverlauf ausgelegt werden, für Kurzweiligkeit kombiniert mit Komplexität.

Gewonnen hat derjenige, der als erster 10 Punkte erreicht. Zack, so einfach ist das. Keine festgelegte Rundenzahl mit diversen Phasen, sondern offenes Ende mit klarem Ziel. Wer dran ist (2-4 Spieler) wählt eine von fünf Aktionen aus, welche dann von allen ausgeführt wird. Dann ist der/die nächste dran.

Generalship Game Boardgame SpielGeneralship vom südkoreanischem Verlag "Bacchum Inc."

Thematisch geht es um – wie der Name bereits sagt – Generäle des 4. bis 19. Jahrhunderts. Die Spieler treten in Wettstreit um Gebiete, und können diverse Aktionen wie Erhöhung der Bevölkerung oder Technologieerforschung durchführen. Glücklich das Volk, dessen Geschichte langweilig ist…

Etwas schwer zu verstehen fand ich zu Beginn die Art und Weise, wie Kämpfe abgewickelt werden. Denn dazu gibt es sowohl für Land- als auch für See-Kämpfe jeweils Taktikkarten, und das auch noch in Basis- und Experten-Variante. Das Spiel hat also durchaus eine moderat hohe Einstiegshürde. Und ich muss darauf hinweisen, dass das Spiel inklusive der Anleitung derzeit ausschließlich in Englisch erhältlich ist. Was noch? Das Artwork gefällt mir gut, die Holzplättchen und Personenkarten vermitteln Flair. Eine feine Sache und meiner Ansicht nach ein Geheimtipp in dieser Kategorie.

Soviel von meiner Seite. Wenn Sie noch an einem Kurzüberblick über weitere aussichtsreiche Neuheiten der diesjährigen Spielemesse interessiert sind, dann empfehle ich Ihnen den lesenswerten Beitrag meines geschätzten Kollegen Alexander Resch:

Die SPIEL ’15 oder: WOHA!

Und wenn Sie lieber einen gut 10minütigen Überblick in Video-Form erhalten möchten, kann ich Ihnen die Kollegen von „Spiel doch mal!“ und deren Beitrag zur Spielemesse empfehlen:

Spiel doch mal...! SPIEL 2015 Hauptbericht

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel


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